Dienstag, 15. Juli 2008

DIETER - GASTBLOG II

Dieter-wieder-in-Panama, Tag 1

Einleitung: Wie schön es sich traf, ich musste wieder nach Panama fliegen. Wieder habe ich Gerald getroffen, und wieder darf ich jetzt einen Gastblog schreiben.

Vorgeschichten: Entfallen diesmal, da schon im Feb./März aufgeschrieben. Nur dass dieser Panama-Besuch vom 08. (Samstag) bis zum 15. (Samstag) Juni stattfand.

Anflug: An diesem Samstag bin ich wieder in Panama gelandet, gleiche Fluglinie (Iberia, nicht schlecht), durch unsere Europäische Sommerzeit eine Stunde früher, schon um 20:00, und mit einem neuen Kollegen aus Kolumbien. Diesmal haben wir für ein Sammeltaxi 25$ bezahlt, billiger geht es nur für Geralds. Und ich hatte auch ein anderes Hotel asugesucht, weil mir das letzte Hotel (El Panama) zu laut war, obwohl die Zimmer dort sehr schön sind. Dieses andere Hotel Veneto muss man auch nicht aussuchen, - ist etwas angegammelt und hat ein riesiges Casino.

Der 1. Tag begann mit Ausschlafen und um 09:00 am Sonntag auf Gerald warten. Dem hatte ich meine Ankunft per Email angekündigt, auch den Termin/Uhrzeit meiner Einladung zum Frühstück genannt, aber ....

Irgendwann und mittels einer Telephonkarte (mein neues Handy mit Quadband funktionierte auch nicht, Vodafone arbeitet noch daran) hatten wir uns endlich verabredet, und um ca. 11:00 kam er dann mit seinen Gasteltern (zur Erinnerung: heißen Miguel und Elsebir) und Gasthund (Poker) angefahren. Wie unser Gerald jetzt aussieht nach weiteren 5 Monaten? Immer noch nicht größer als ich ist er, aber dezent muskelbepackt, leicht braun und gereifter, und der Traum aller Panamesischen Mädchen. Im Ernst, ständiges Begucken und dann Getuschel unter den Mädchen, wo er geht und steht.

Die Drei hatten tatsächlich ein ordentliches Besuchsprogramm, - all places in Panama you must see. Zuerst ging es zur Stadtgründung von Panama, gebaut ab ca. 1509. Stehen nur noch Ruinen, einzig die Wehrkirche ist etwas besser erhalten. Trotzdem eine schöne und gepflegte Anlage, dazu gehört ein kleines Museum, welches die Geschichte Panamas zeigt. Weiterhin haben wir in den vielen kleinen Läden etwas an Mitbringseln eingekauft, alles Indio-Handarbeiten, meistens von den Kunas. Was? - bleibt erst einmal Geralds Geheimnis. Nebenbemerkung zum Klima in Panama: Spätestens jetzt ist mir auch richtig der Schweiß gelaufen, als ich kaltes Wasser von Miguel bekommen habe. Die enorm hohe Luftfeuchtigkeit zusammen mit den ca. 30° bewirken, dass man doch recht schnell ausläuft, einer der Nachteile von Panama. Dafür ist es aber schön warm, auch das fast tägliche (zumindestens zwischen Mai bis November) Unwetter stört kaum, eine Stunde kracht es, Wasserfluten stürzen herab, und dann ist wieder schöne Waschküche.

Anschließend stand die Altstadt auf dem Programm. Ich war sehr gespannt, wie es dort wohl aussieht, weil ich vorher gelesen hatte, dass die Casco Viejo auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco steht. Wie sieht es da aus? Sehr eindrucksvoll der sehr prächtig restaurierte Präsidentenpalast, am Meer gelegen und gut bewacht. Immerhin durfte man dort näher heran als wir das noch vor 4 Wochen (unser Berlinbesuch zu Pfingsten) beim Kanzleramt oder Schloss Bellevue konnten. Auch das Panama-Canal Museum ist ein prächtiger Bau, war mal um 1910 das Baubüro. Andere schöne Gebäude sind das Stadthaus, die Oper, das Außenministerium, die Franz. Botschaft und anderes mehr, aber es gibt auch viele sehr verfallene Häuser, halb zerstört oder von Menschen bewohnt, die kein Geld für eine aufwändige Restauration haben. Wahrscheinlich müssen die bald weg, man hat allmählich die Altstadt als bevorzugte Wohnlage entdeckt, und die Kriminellen, Prostituierten und sonstigen Bewohner werden herausgedrängt.

Im Museum waren wir drin, für mich faszinierend war dabei, die Vergangenheit von 1900 umzusetzen in die Zukunft, wenn der Ausbau beginnt, ob jetzt von uns/mir oder jemand anderem. Nett ist auch der Bummel längs der Befestigung, viele Leute (auch Touristen) flanieren dort am Sonntagnachmittag, überall gibt es Indiokunst (-kitsch), alles richtig heiter.

Der nächste Besuch galt einer weiteren Verkaufshalle, diesmal in Ancon, mit vielen kleinen Geschäften (alle verwandt), wo man auch wieder Souvenirs kaufen kann. Sehr interessant, manche Sachen sind sehr gut gemacht von irgendwelchen Indiostämmen und ich hätte noch viel mehr Geld ausgeben können. Gerald wollte gerne eine Hängematte mit nach Hause nehmen (d.h. ich sollte sie mitnehmen, weil ich mehr Freigepäck hatte). Leider bekam er heftiges Nasenbluten (Folge eines Nasenstübers von Poker), so dass Miguel und ich das Ding gekauft haben, handgeknüpft aus Nicaragua (sind die besten, sagt Miguel).

Noch ein nettes Abendessen, klasse Steaks in bruzzelnder Gusspfanne bei Jimmy's, - Gerald Lieblingskette für Steaks, und so ging mein erster schöner Tag als Tourist in Panama um 20:00 zu Ende.


Dieter - Panama, Tage 2-5

Am 2. Tag begann der offizielle Teil meines Aufenthaltes, und damit der Beginn der Arbeit, für die ich ja schließlich nach Panama gereist bin und wofür ich bezahlt werde.

Um 07:30 haben wir uns mit ca. 20 Vertretern von vier verschiedenen Firmen (zwei Spanische Baufirmen, eine Mexikanische und eine Deutsche) getroffen, um in 4 Kleinbussen zur zukünftigen (ab 2009) Baustelle zu fahren. Dafür hatten wir ein Besuchsprogramm vorbereitet, d.h. alle Orte vorgemerkt, die wir uns besonders ansehen wollten. Und das haben wir auch ausgiebig gemacht, hat auch wieder viel Schweiß gekostet, aber es hat sich gelohnt. Einzelheiten dazu erspare ich dem Leser, hier geht es ja schließlich um Gerald.

Der war nämlich dabei, obwohl er ja erst ab August vorhat, irgendetwas in Richtung Bautechnik zu erlernen, und obwohl er keiner Firma angehört und somit auch erst einmal nicht registriert war bei der Canalbehörde. Aber alle Kollegen haben sich sehr gefreut, meinen Sohn kennenzulernen, und waren begeistert, mit ihm Spanisch zu reden (, was ich ja nicht kann ...). Und Gerald hat sich als mein persönlicher Übersetzer verstanden, war ganz witzig. Klar, die meisten meiner Kollegen sprechen Englisch, aber ein paar auch nicht.

Doch ein paar Highlights des Baustellenbesuches: Wir haben doch tatsächlich ein ca. 3m langes Krokodil gesehen. Wie im Blog von damals schon beschrieben, hatte ich im Feb. in einer bestehenden Wasserrinne (ein riesiger Aushub von 1940) Krokodilspuren gesehen. Daher sind Gerald und ich ganz vorsichtig ans Ufer gegangen, und siehe da, ein Krokodil glitt in 20m Entfernung ins Wasser, tauchte kurz unter, um dann ganz ruhig in einem Bogen herum zu schwimmen und abzuwarten, dass unser Haufen Menschen wieder verschwindet. Sehr gute Photos konnten wir machen, besonders der Gerald hat mit seinem 12-fachen Zoom das Krokodil deutlich erkennbar verewigt.

Eindrucksvoll war auch die Baustelle nebenan, dort ist eine Panamesische Baufirma seit April zu Gange und frisst sich schon recht tief in den Boden für den Zugangskanal zur neuen Riesenschleuse.

Dann haben wir noch unter Mangobäumen und Kokospalmen einen Coati gesehen, auch Nasenbär genannt. Niedliches Tier, aber mit dusseligem Paarungsverhalten.

Zuletzt hat ein Kollege noch auf den Platz aufmerksam gemacht, von dem aus die US-Soldaten 1989 auf Panama City losmarschiert sind, um General Noriega zu verhaften.

Danach sind wir wieder zurück über die Puente de las Americas (gehört zur Panamerikana von Alaska nach Feuerland) auf die andere Seite des Canals, um an den Miraflores Locks (die alten Schleusen von 1914) zu Mittag zu essen. Dort sitzt man etwa 50m weit weg, wenn Riesenschiffe durch die beiden Schleusenkammern hoch oder runter geführt werden (, die dritte ist noch einmal 3km entfernt, dann geht es nach ca. 50km wieder mittels drei Schleusenkammern zum Atlantik herunter). Ist sehr eindrucksvoll, besonders wenn man die Ingenieurleistung bedenkt, und besonders die Tatsache berücksichtigt, dass die Canal-Schleusen seit fast 100 Jahren immer noch gut funktionieren, und auch nicht auf absehbarer Zeit abgestellt werden. Sicher sind die Stahltore mehrfach erneuert worden, die Lokomotiven sind moderner, die Be-und Entfüllung ist automatisch, nicht mehr mittels Handkurbel (Ventile auf und zu) usw., aber das Bauwerk ist das alte. Die neuen größeren Schleusen werden übrigens nicht die alten ersetzen, sondern als Ergänzung gebaut.

Außerdem haben wir den ersten dicken Regen in Panama erlebt, war schon heftig. Um 16:00 nach vorsichtiger Fahrt waren wir in unserem Büro in Panama, und das erste von vielen Gesprächen begann und endete erst 20:00. Die Nacht hat Gerald bei mir im Hotel verbracht, und ein gutes Frühstück bekam er dort auch am nächsten Morgen.

Am Dienstag weiter ab 8:00 bis 20:00 mit einer zweistündigen Mittagspause und Gerald wieder dabei. So hat er mitbekommen, wie wir uns den Bau der Schleusen vorstellen. Aber ab Mittwoch ist er dann doch besser in seine Schule gegangen, erst am Freitag haben wir uns wieder gesehen, davon weiter im nächsten Gastblog.


Dieter - Panama, Tage 6-7

Die nächsten Tage überspringe ich schnell, ernste Berichte von meiner Arbeit passen nicht in Geralds Blog.

Ein paar Kleinigkeiten sollen erwähnt werden: Dass eine Art Papagei mitten zwischen den Hochhäusern lebt, die schreien lauter als der Straßenlärm und leben immer zu mindestens zu zweit (Unzertrennliche?). Dass man in Panama genauso gut die Fußballeuropameisterschaft sehen kann wie zu Hause, besonders die Abendspiele passen genau in eine Mittagspause nach Spanischen Regeln (eine Siesta von 14:00-16:00 Uhr ist unabdingbar), und in allen Restaurants gibt es Großbildschirme. Dass es im Juni jeden Tag regnet, d.h. für ca. eine Stunde geht die Welt unter. Dass es Panamesische Indios im Kimono gibt (wie auch viele Sushi Bars, dazu Chinesische, Griechische, Schweizer, Peruanische, Spanische usw. Restaurants, und besonders für Geralds sehr gute Steakhäuser wie z.B. Jimmy's). Dass es in meinem Hotel ein Casino gibt, 24Std offen, mit einem sehr aufwändigen Ägyptischen Abend. War witzig, Croupiers in Gold-Blauer Verkleidung und Sklaven, die vielen Pseudo-Kleopatras fächelten. Aber auch tragisch, wenn man bedenkt, dass sehr viel Geld in Panama verzockt wird, und besonders Panamesinnen gerne spielen.

Solche Erlebnisse gab es noch viel mehr, ist natürlich vieles anders auf der anderen Seite der Welt. Ich könnte z.B. noch länger von dem tollen Essen reden, es hat mir schon viel Spaß gemacht, immer etwas Neues auszuprobieren. Ich habe meistens etwas mit Fisch gegessen, und immer Platacones (Gebratene Kochbananen). Die passen zu Fisch und Fleisch, zu süß und salzig, und vertragen sich bestens mit den meisten Salsas (Soßen). Genug jetzt, ich bekomme Hunger.

Besonders erwähnen möchte ich den Freitag Abend. Geralds "Eltern" hatten sich etwas Besonderes ausgedacht und holten mich deshalb mit Gerald um ca. 20:00 ab, - einigermaßen schick sollte ich schon sein. Nach ganz kurzer Fahrt (zu Fuß gehen tut man in Panama nicht unbedingt, wenn man auch fahren kann) ging es in ein Restaurant namens Tinajas (siehe http://www.tinajaspanama.com/). Gut, war alles etwas sehr touristisch, viele Gringos waren auch wirklich da, aber es hat Spaß gemacht, und das Essen war gut.

Ich habe mir einen Red Snapper bestellt, und war erst einmal verzweifelt, als das Tierchen vor mir lag und ich überhaupt nicht durch die gegrillte Haut schneiden konnte. Ich hatte mir schon peinliche Szenen vorgestellt, ein fliegender Fisch über mehrere Tische oder abbrechende Gabelspitzen, da tat sich eine Lücke auf (gut, wenn man die Hebelgesetze anwenden kann) und ich kam an eine wunderbare Füllung und das zarte leckere Fleisch. Köstlich, und außerdem der erste Piña Colada meines Lebens.

Dazu wurde von vier Paaren und 4 Musikern eine rasante Tanzshow geboten, es wurden traditionelle Tänze und Musik aus den verschiedenen Provinzen Panamas gezeigt. Es gibt mehrere Filmchen live aus diesem Restaurant und von der Show unter: http://youtube.com/watch?v=yjWUw0eJ7As&feature=related.

Mein (laienhafter) Eindruck von den Tänzen und der Musik ist, dass die Panamesen die Spanische Grundform des Flamencos und der Tarantella mit ihrer Gespreiztheit übernommen haben, um sie dann lebensfreudig, locker und lässig zu veralbern. Wunderschön ist das Galadirndl der Panamesinnen, soll bis zu 10.000$ kosten, weil alles Handarbeit.

Abgeschlossen wurde der Abend mit der Möglichkeit, sich mit den Tänzern photographieren zu lassen. Ich habe mich erfolgreich geweigert, aber Gerald ist mit Vergnügen auf die Bühne gestiegen.

Und jetzt endlich zum Höhepunkt und Abschluss meines Aufenthaltes, Isla Grande. Die müsste ich unbedingt sehen, meinte Gerald. Wer seinen begeisterten Blog gelesen hat, weiß warum. Ich war sehr angetan, dass er dieses Erlebnis mit mir teilen wollte, obwohl mir der Aufwand etwas hoch vorkam.

Am Samstag Morgen holten Miguel und Gerald mich nach fast einstündiger Verspätung vom Hotel ab, und nach Deponierung meines Koffers in Geralds Zimmer in El Dorado bin ich endlich mal so richtig aus Panama heraus gekommen. Extra für mich ein Umweg durch den Urwald und ein Stopp beim alten Camino de Cruces. Das ist der alte Weg von 1513, den alle Menschen (z.B. Conquistadores, Piraten, Sklaven), zerlegte Schiffe und Güter (Gold Gold Gold) vom Atlantik zum Pazifik nehmen mussten. Ist nur ca. 80 km, und verband Panama City mit Portobello (siehe unten). Es ist hier schwül und heiß, soll voller Schlangen sein, Mosquitos sowieso, so dass man schon einen Schimmer Ahnung bekommen kann, warum dieser Weg Kreuzweg heißt (, wegen der vielen Toten, die es auf dieser Überquerung gegeben hat). Diese Passage ist erst aufgegeben worden, nachdem 1914 der Panama Canal eröffnet wurde und ist heute ein ziemlich überwucherter Wanderpfad.

Wir hatten bei unserer Überquerung des Isthmus jeden Komfort in Miguels gekühltem Toyota Prado, obwohl es etwas regnete und die Straßen sehr schlecht, schlammig und voll sind. Ist sowieso nicht sonderlich schön auf dem Corridore Norte, etwas temporäres und slumartiges, eine alte Autostrasse eben. Die neue Mautstraße wird erst in zwei Jahren fertig, dann wird man nur eine Stunde brauchen, wofür wir jetzt eher zwei gebraucht haben. Vor Colon sind wir abgebogen auf eine schmalere Straße, die hinter Portobello nicht einmal asphaltiert ist (komisch, ist die einzige Straße auf der Atlantischen Seite, die Richtung Osten führt).

In La Guayra zahlt man am besten für einen bewachten Parkplatz, sieht alles etwas arg exotisch aus, um dann für 2$ pro Person eine "Fähre" zur Isla Grande zu benutzen. Das sind 5-10 Min. Überfahrt in einem 10 Personen Motorboot. Miguel hat ein Talent, ganz schnell mit wildfremden Leuten in Kontakt zu kommen, so auch auf dem Boot. Auch Gerald erklärte hier und auch später bei anderer Gelegenheit sofort, das ist mein Papa aus Panama, das der Papa aus Alemania und er selbst sei Panamese und ich eher ein Gringo, aber ganz nett und macht einen Besuch für den Ausbau des Panama Canals. Sofort hat man die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leute und einen tränen- und winkreichen Abschied und Freunde fürs Leben.

Auf der Insel angekommen, empfängt einen sofort richtig Karibik, nur ohne Hotels und Touristen, vielleicht ein bisschen sehr einfach alles. Es gibt nur Fußwege, so groß ist die Insel auch nicht, in 15 Min. ist man leicht auf jeder Seite, und in einer knappen Stunde rings herum, inklusive einer Siesta. Ein paar Häuser hat es, viele Strandbars, ein paar Hotels und Restaurants und tolle Bademöglichkeiten überall. Das Hotel auf der Nordseite soll wunderschön sein, aber bis dahin war ich nicht.

Wir sind zuerst einmal dahin gegangen, wo es Cocoleche gibt. Was das ist, hat Gerald ja früher schon einmal beschrieben, bitte zurückblättern. Damit (Kokosnüsse schwimmen ja) sind wir ins Wasser gegangen, direkt unterhalb vom Cristo Negro. Das ist ein Kreuz mit einer braunen Christusfigur und einem großen Pelikan mitten im Wasser. Und auf dem rechten Kreuzbalken sitzt doch wirklich eine echter Pelikan, der erste freilebende, den ich sehe.

Zwei Häuser zurück gibt es ein einfach aussehendes Restaurant, welches es aber in sich hat. Zuerst fällt einem nicht so viel auf: die obligatorischen Plastikstühle (erfunden in Israel), verblichene Plastiktische, dazu noch überall etwas knallige Farbe, alles nicht toll. Dann bemerkt man, dass überall Ornamente aus Muscheln liebevoll in den Beton gedrückt sind, dass die Farben sehr passend sind und alles sehr sauber ist. Und die nächste Überraschung ist das Essen: schön angerichtet, interessant und sehr sehr lecker. Ich hatte Octopus Island style, Tintenfisch in einer sehr gut abgestimmten Soße (mit Koriander, schmeckte aber perfekt). Dazu Pina Colada und Margerita in Plastikbechern. Ab und zu wieder baden gehen, plaudern im Wasser mit uralten Amerikanerinnen, die hier leben (Unterhaltung wie oben: Papa aus Panama, Papa aus ...) usw. Alle Gedanken an Arbeit und Rückflug weit weg.

Mußte aber doch los, schon nach ca. 3 Std. fuhren wir zurück über Portobello. Dort gab es Kultur, schließlich war der Ort ja einmal immens wichtig für Spanien als Goldumschlagplatz, bevor die geraubten Schätze Richtung Madrid reisten. Jetzt sieht alles sehr pittoresk aus (das Wort brauchte ich hier, um nicht zu sehr über den Schmutz, Schlamm und die Feuchtigkeit zu erzählen), und morbide. Eigentlich ist hier nichts Modernes, nur etwas Altes für Touristen, die ganz schön weit abhanden gekommen sind. Es gibt die Königliche Registratur und daneben ein Kastell mit vielen rostigen Kanonen und Winkerkrabben, dazu natürlich zwei wichtige Kirchen mit einem weiteren Cristo Negro und noch ein Kastell. Die eine Kirche ist übrigens auf beiden Seiten mit einer großen breiten Öffnung versehen, kommt prima der Wind durch und ermöglicht den Dorftieren einen ständigen trockenen Unterschlupf.

Das war es. Um 18:00 waren wir wieder bei Gerald, duschen und Photos brennen, und ab zum Flughafen, um dort festzustellen, dass sich der Rückflug um mehr als eine halbe Stunde verzögert. Egal, alles ist gut gegangen, und am Sonntag, den 14.06.08 um 21:00 war ich wieder zu Hause.

Nachtrag: Ob ich Miguel und Elsy und die anderen wiedersehe? Überhaupt Panama? Gibt es noch einmal eine Koinzidenz? Und wie es dem Gerald und seinen Sehnsüchten ab dem 08.07. geht, wenn er sein Traumland verlassen hat?

Ganz fest vorgenommen habe ich mir, die unbeschreibliche Gastfreundschaft von Miguel und Elsy zu vergelten und sie oder Elliot oder Michelle hier bei uns in Deutschland ähnlich zu erfreuen wie sie mich und vor allem Gerald erfreut haben.

Photos dazu können bei Picasa angesehen werden, bitte mir eine Email schicken, um den Link und die Freigabe zu bekommen.

Keine Kommentare: